Die Pflicht der Eltern ist nicht damit erfüllt, dem Kind gebetsmühlenartig immer wieder zu sagen: „Jetzt lern doch mal!“ Oder: „Mach endlich deine Hausaufgaben!“

Dazu, dass ein Kind überhaupt strukturiert Lernen kann gehört auch, dass das Kind sein Lernen organisiert und verschiedene Lernstrategien vermittelt bekommen hat und diese auch beherrscht bzw. anwendet. Dies passiert nicht zufällig. Der Lehrer muss hier seinen Teil im Unterricht tun, aber das Lernen zu Hause kann im Wesentlichen nicht durch die Schule gesteuert werden. Dies bedarf also, besonders in der Grundschule, der Kontrolle und der Anleitung durch die Eltern. Es gelten folgende Leitfragen:

  • Gibt es Rituale, welche die Erledigung der Hausaufgaben steuern?
  • Gibt es festgelegte Zeiten für die Anfertigung der Hausaufgaben?
  • Ist der Arbeitsplatz zur Erledigung der Hausaufgaben festgelegt? (Kann auch die Küche sein, Hauptsache es ist geregelt.)
  • Wird dafür gesorgt, dass die Erledigung der Hausaufgaben störungsfrei verlaufen kann? (Lärm von draußen, Computer, Geschwister, Telefon, Haustier, usw.)
  • Wird das Hausaufgabenheft konsequent verwendet und gemachte Hausaufgaben durchgestrichen, bzw. abgehakt?
  • Wie wird dem Kind Hilfestellung bei Nichtverständnis einer Aufgabe angeboten, ohne dem Kind die geistige Arbeit abzunehmen?
  • Hat der Schüler für seinen Lerntyp wirksame Lernstrategien eintrainiert, mit denen er Vokabeln, Gedichte, Lernwörter, Formeln, usw. erlernen kann? (Da gibt es keinen Königsweg, da muss man sich vom Lehrer beraten lassen.)

Fehlen diese Strukturen, können starke Schüler dies evtl. kompensieren, für "schwächere" Schüler kann dies jedoch einen enormen Energiefresser darstellen.

 

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